Lehmpfuhl zählt zu jenen heutzutage rar gewordenen Leinwandkünstlern, die sich unbeirrt von Trends und Hypes des Kunstmarktes als Freiluftmaler dem Landschaftsgenre verschrieben haben. Lehmpfuhl wechselt von den Pinseln zu den Händen und Fingern als Malwerkzeuge und von den schlanken Öltuben zu ganzen Farbeimern. Sein Farbauftrag, anfangs leicht pastos, wird grob und gerinnt zu einer dritten Dimension. Er wächst zu über den Gemälderand ausufernden Materialbildern. Die Formate der zu Beginn kleinen Gemälde, die noch eine dezente Haptik aufweisen, expandieren ins Immense. Dabei wählt Lehmpfuhl bemerkenswerte Großformate, spektakuläre Hoch- und Querformate, oft von solcher extremen Dimension, die die Präsentationsflächen von Wohnraumwänden zu sprengen droht und auch die mancher Galerie. Es entstehen Nahansichten und Weitwinkel-Panoramen. Die Bilder fordern von uns ein zweifaches Sehen. Aus der Betrachternähe stehen wir einerseits vor ins Abstrakte tendierenden Materialbildern, vor einer Malerei der dicht-kompakten Farbmassen. Betrachten wir allerdings die Bilder in einem Abstand von mehreren Metern, bestaunen wir unmittelbar erlebte und umgewandelte Natureindrücke von beeindruckender Schärfe.