Der Berliner Künstler Christopher Lehmpfuhl hat in den letzten 20 Jahren wie kein anderer die deutsche Hauptstadt gemalt. Zu jeder Jahres- und Tageszeit hat er dabei ihren permanenten Wandel festgehalten. Stets unter freiem Himmel sind Zeugnisse zweier aufregender Jahrzehnte entstanden. Die Nachwendezeit, in der nichts von Dauer war, in der das Temporäre regierte, hat mit Lehmpfuhl einen konstanten Biographen. Die Bilder zeigen den Aufbruch der Zeit, die Flüchtigkeit und letztlich die Geste der Freiheit, die sich ihren Weg durch die farbkräftigen Bilder bahnt. Zahlreiche Malreisen und Ausstellungen führten ihn um die ganze Welt, was ihm internationale Anerkennung verschuf. Er ist dabei seiner Heimatstadt stets treu geblieben, so dass über 400 Werke entstanden sind, die seit letztem Jahr in der Monographie "Berlin - PLEIN AIR MALEREI 1995-2010" (DOM publishers) zusammengefasst sind. Ein beeindruckendes Dokument, welches jetzt Dank der Unterstützung der Partner Deutsche Bank und Daimler in einer großen Ausstellung live erlebt werden kann. In einer Ausstellung über Berlin, die Stadt der Kunst, die Stadt der Gegensätze und Widersprüchlichkeiten, die Stadt des Wandels. Über Berlin, dessen Schönheit sich in der Spurensuche erschließt. Die intensive Auseinandersetzung von Lehmpfuhl steckt an und macht neugierig auf das Original. In diesem Sinn ist die Ausstellung auch ein Botschafter für die Stadt, die auf der ganzen Welt einen hervorragenden Ruf genießt, obwohl meist nur ein diffuses Bild von ihr die Vorstellung bestimmt. Lehmpfuhl vermittelt eine tiefenscharfe Perspektive von Berlin.

Regentag am Breitscheidplatz, 2006
Öl auf Leinwand, 180 x 240 cm